Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit großem Interesse verfolge ich die Diskussion um den windpark vor Holmslandklit, Hvide Sande und Sondervig. Meine Familie und viele Freunde und befreundete Familien verbringen zu Teil seit über 30 Jahren ihre Ferien im Frühjahr , Sommer und Herbst in Hvide Sande, Nr.Lyngvig, Klegod und Sondervig. Alle Freunde und befreundete Familien haben ganz klar und deutlich gesagt, dass sie auf dem Holmslandklit keine Ferien mehr machen werden, wenn der jetzt geplante windpark küstennah gebaut wird.

Diese deutliche Aussage hat nichts mit einer Ablehnung der Windkraft zu tun. Ganz im Gegenteil wird die Windkraft unterstütz, allerdings nicht um den Preis der Zerstörung eines Ferienparadieses.

Die wesentliche Motivation aller deutschen Touristen zum Besuch des Holmslandklit ist die Weite der Natur und der uneingeschränkte Blick auf den Horizont. Es ist ein großer Fehler zu glauben, der küstennahe windpark habe keine Auswirkungen auf den Tourismus. Die Buchungszahlen werden voraussichtlich um 50 % sinken und selbst wenn man nach einer Absenkung der Preise ca . wieder das Niveau von 75 % erreicht, so wird nicht die gleiche Qualität an Touristen den Holmslandklit besuchen. Die kaufkräftigen Touristen werden ausbleiben, da diese ihre sehr begrenzte Urlaubszeit nicht in einem Gebiet verbringen wollen, in dem der Blick beschränkt ist. Neben der Beschränkung des Blickes tagsüber werden vor allem die Lichter nachts und bei grauen Wetter als sehr störend und unangenehm empfunden.

Die Begründung der eindeutigen ablehnenden Haltung gegenüber einem küstennahen windpark hat seine Begründung in dem typischen Freizeitverhalten eines deutschen Touristen auf dem Holmslandklit.  Nach dem Frühstück wird die ganze Familie den Strand besuche um spazieren zu gehen oder zu baden.  Der Nachmittag wird zum shopping in Hvide Sande, Sondervig und vor allem Ringköbing genutzt. Fester Bestandteil ist sodann das gemeinsame Erlebnis am Strand zum Sonnenuntergang. Fällt der freie Blick weg, so fehlt die wesentliche Motivation zum Besuch.

In Gesprächen mit Freunden ist immer wieder das Unverständnis darüber geäussert worden, dass gerade das so liberale und immer nachhaltig handelnde Dänemark hier aus rein wirtschaftlichen Interessen des windparks handelt und nicht ausgeglichen abwägt und entscheidet. Langfristig werden die Einnahmen aus dem Tourismus und insbesondere die Kaufkraft der Touristen nur zu halten sein, wenn der Blick weit und unbeschränkt ist. (In den Herbstferien habe ich im Kino in Ringköbing einen Werbefilm der Kommune Skjern/ Ringköbing mit dem Thema: „Weites Land“ gesehen).

Soweit ich die Diskussion richtig nachvollziehe, werden deshalb die Verluste aus dem Tourismus viel höher sein, als jeder Vorteil aus dem küstennahen windpark. Zusätzlich wird der attraktivste Küstenabschnitt Dänemarks zerstört. Das macht im Rahmen einer Gesamtabwägung keinen Sinn.

Die Vorteile der Windkraft offshore, mindestens 20-30 km vor der Küste, wären in Kombination mit einem starken Tourismus eine win/win-Situation für alle. Alle Arbeitspltätze aus dem Tourismus könnten erhalten und ausgebaut werden und die Arbeitsplätze für einen offshorewindpark  20-30 km vor der Küste wären die gleichen wie für einen küstennahen windpark. Warum lässt sich die Gemeinde hier dauerhaft die Vorteile des starken und etablierten Tourismus entgehen?

Ich hoffe, mit diesen Gedanken aus Sicht der deutschen Touristen, einen Beitrag zu einer klaren Entscheidung gegen den kütennahen windpark zu liefern. Ich gebe zu bedenken, dass die Entscheidung bei Bau eines küstennahen windparks unumkehrbar ist.

Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg.

S.Schulte

Kajen 12

20459 Hamburg